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Werkzeug

Sammlerwert: den Zustand einer Big-Box-Ausgabe bewerten

Bei alten PC Spielen hängt der Wert weniger am Titel als daran, was von der Ausgabe übrig ist. Dieses Werkzeug bewertet Vollständigkeit und Zustand und benennt, welcher Teil den Wert trägt.

Unbeschriftete Kartonschachteln, ein gefaltetes Papierheft und ein silberner Datenträger auf einem Tisch
Karton, Heft, Datenträger: die drei Teile, an denen der Wert hängt

Was ist vorhanden?

Einstufung

Warum hier kein Preis steht

Ein Preis wäre die naheliegende Ausgabe dieses Werkzeugs, und genau deshalb steht keiner da. Für den Sammlermarkt alter PC Spiele gibt es keine öffentliche, verlässliche Preisreihe, auf die sich diese Seite stützen könnte. Eine Zahl, die hier erschiene, wäre geschätzt, sähe aber aus wie erhoben. Wer wissen will, was ein Titel derzeit erzielt, findet das nur in aktuellen Verkaufsabschlüssen, nicht in einer Formel.

Was das Werkzeug stattdessen leistet: es macht die Faktoren sichtbar, die den Abstand zwischen zwei Angeboten desselben Spiels erklären. Bei Ausgaben der Jahre 2000 bis 2008 ist das fast immer die Ausstattung. Ein Handbuch mit 80 Seiten, eine gefaltete Weltkarte, ein Codeblatt gegen Kopieren: Dinge, die damals selbstverständlich beilagen und heute zuerst fehlen.

Was die einzelnen Teile bedeuten

Karton

Der größte Einzelfaktor. Ein Big-Box-Karton ist dünnes, bedrucktes Material, das Stauchungen an den Kanten und Ausbleichen an der Vorderseite sofort zeigt. Zwei Ausgaben mit identischem Inhalt liegen allein deswegen weit auseinander.

Datenträger

CD-ROM und DVD sind robust, aber Kratzringe von der Zeit im Laufwerk sind üblich. Wichtiger als die Optik ist, ob alle Datenträger der Ausgabe vorhanden sind: mehrteilige Titel wurden oft getrennt und tauchen unvollständig wieder auf.

Handbuch und Beilagen

Was in der Ausgabe lag, gehört zur Ausgabe. Fehlt es, ist der Titel nicht mehr vollständig, auch wenn er spielbar bleibt. Bei Rollenspielen und Simulationen jener Jahre war die Beilage teils der halbe Umfang.

Siegel

Ein unversehrtes Siegel ist die einzige Stufe, in der der Innenzustand nicht geprüft werden muss, und die einzige, die sich nicht wiederherstellen lässt. Entsprechend wird sie separat gewichtet und nicht in den Kartonzustand eingerechnet.

Was die Bewertung nicht erfassen kann

Zwei Dinge bleiben außerhalb: die Auflage und die Herkunft. Eine deutsche Erstausgabe mit kleiner Auflage kann ein Vielfaches derselben Ausgabe aus einem späteren Nachdruck erzielen, und das ist keine Zustandsfrage. Ebenso wenig erfassbar ist, ob ein Exemplar aus einer Sammlung mit belegter Herkunft stammt. Im Sammlermarkt für Spiele spielt das eine geringere Rolle als bei anderen Sammelgebieten, aber keine gar keine.

Häufige Fragen

Ist die Bewertung ein Gutachten?

Nein. Sie ordnet ein, was vorhanden ist, und erklärt die Gewichtung. Eine verbindliche Bewertung setzt eine Begutachtung des Stücks voraus.

Warum wird das Siegel getrennt gewichtet?

Weil es sich nicht zurückgewinnen lässt. Ein geöffnetes Exemplar kann in jeder anderen Hinsicht makellos sein, aber nie wieder versiegelt.

Gilt das auch für Jewel-Case- und Budget-Ausgaben?

Nur eingeschränkt. Dort gab es weder Karton noch Beilagen, sodass die beiden größten Faktoren wegfallen und fast nur der Datenträger zählt.

Zählt eine Erstausgabe mehr als ein Nachdruck?

Häufig ja, aber das ist keine Zustandsfrage und wird hier nicht bewertet. Erkennbar ist sie meist am Aufdruck auf der Rückseite und an der Version des Datenträgers.

Was ist mit Titeln, die es digital neu gibt?

Die Neuauflage senkt den Wert der physischen Ausgabe eher selten; sie richtet sich an eine andere Nachfrage. Der Sammlermarkt zahlt für die Ausgabe, nicht für den Zugang zum Spiel.