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Pädagogisches Mittelalter: Artikel Nr. 123 aus dem Jahr 2004

Dieser Eintrag hält einen Beitrag aus dem Bestand der Redaktion fest: ein Artikel , im Archiv seit 2004 nachweisbar, mit dem Titel Pädagogisches Mittelalter.

Die frühen Artikel standen vor der Aufteilung in eigene Rubriken nebeneinander: Testbericht, Entwicklerporträt und Kolumne in derselben Rubrik. Sie sind länger als die späteren Meldungen und argumentieren stärker aus der Sicht eines einzelnen Autors.

Der Beitrag im Wortlaut

Textstand der Archivierung (2004); Schreibweise und Ansprache sind die des Originals.

unseres Specials beschrieben, gibt es auch genug Studien, die das Gegenteil behaupten. Ein weiterer Widerspruch findet sich auf der Homepage des Ministeriums für Familie, Frauen, Senioren und Jugend, dem die Bpjm unterstellt ist. Dort wird auf die Frage wie sich Computerspiele auf die Benutzer auswirken so geantwortet: "Generelle Aussagen hierzu sind nicht möglich und vielleicht auch gar nicht sinnvoll. Denn das komplexe Wechselwirkungsverhältnis zwischen dem Nutzer, seiner Motivation und Bedürfnislage einerseits und dem Computer(spiel) andererseits ist einer ständigen Veränderung unterworfen. So können Computerspielen auch nicht generell negative Wirkungen unterstellt werden, wie dies in Teilen der Öffentlichkeit geschieht (weniger in Fachkreisen)." Bleibt die Frage, warum dann solch ein Ministerium eine solche Behörde unterhält.

Das Branchenblatt MCV gab ein Gutachten in Auftrag das belegt das die Indizierungspraxis der Bpjm gegen geltendes EU-Recht verstößt, da eine Indizierung einer Zensur gleichkommt. Des Weiterem steht in dem Gutachten, dass die in Deutschland praktizierten Indizierungen von Medien den freien EU-Binnenmarkt behindern, eine Klage vor dem europäischen Gerichtshof hätte somit eine Chance. Privatpersonen können aber nicht klagen, da sie rechtmäßig nicht direkt von einem solchen Gesetz betroffen sind.

Entwicklungsland Deutschland Bei einem Indizierungsfall steht eines fest: Es entsteht ein massiver Schaden beim Publisher der meist irreparabel ist. Zwar kann man das Spiel in Fachgeschäften noch erwerben, aber wer weiß von dem Spiel, wenn keine Werbung gemacht wird, es nicht offen im Laden steht und wir wenn überhaupt nur eingeschränkt darüber berichten dürfen? - Nur wenige, die breite Masse der Gelegenheitsspieler weiß nichts von dem blutigen Silberrohling. Die Publisher stecken sechsstellige Beträge in ein Spiel, zwar kann es außerhalb von Deutschland noch gekauft werden, aber die Verkaufsausfälle und die Kosten für die Lokalisierung sind erheblich. Meistens wird versucht eine entschärfte deutsche Version auf den Markt zu bringen. In Command and Counquer Generäle wurden ganze Missionen gestrichen, in Far Cry wurde das Ragdoll-Verhalten komplett entfernt und in Painkiller spritzt nun grünes Blut; vor allem letzteres ist spielspaßhemmend. Solche Entschärfungen kosten ebenfalls wieder große Summen. Es wird nicht verwunderlich sein, wenn vor allem kleine Publisher eine Veröffentlichung in Deutschland gar nicht mehr anstreben werden. Aktuelles Beispiel: Rockstars Manhunt.