Das subjektive Empfinden eines Schnäppchens
Dieser Eintrag hält einen Beitrag aus dem Bestand der Redaktion fest: ein Artikel , im Archiv seit 2005 nachweisbar, mit dem Titel Das subjektive Empfinden eines Schnäppchens.
Die frühen Artikel standen vor der Aufteilung in eigene Rubriken nebeneinander: Testbericht, Entwicklerporträt und Kolumne in derselben Rubrik. Sie sind länger als die späteren Meldungen und argumentieren stärker aus der Sicht eines einzelnen Autors.
Der Beitrag im Wortlaut
Seit einer Woche wurde mit TV- und Radiowerbung immer wieder auf die „einmalige Sonderaktion“ von Media Markt hingewiesen. Alle Produkte sollten abzüglich der Mehrwertsteuer von 16 Prozent an den Endkunden abgegeben werden. Was auf den ersten Blick verlockend klingen mag, stellte sich in einigen Fällen aber als knallhart kalkulierte Aktion heraus. Preise sollen angehoben worden sein, damit die Rabattaktion die Gewinnspanne nicht zur Verlustspanne umkehrt.
Doch beginnen wir am besten ganz am Anfang. „Rucki Zucki – Die Mehrwertsteuer muss weg“ – Diesen Spruch wird wahrscheinlich jeder Bundesbürger kennen, denn in den letzten Tagen wurde man auf allen Kanälen mit den Werbespots des Elektronikfachmarktes Media Markt beschallt. Ebenso groß war das Presseecho, denn TV- und Radio-Sender berichteten in vielen Nachrichtensendungen über diese „einmalige Aktion“ des Konzerns. Spätestens als bekannt wurde, dass auch Saturn eine Sonderaktion starten wird, bei der viele Artikel zum Einkaufspreis verkauft werden, wurde klar, dass all dies von langer Hand geplant sein musste. Sowohl Media Markt, als auch Saturn gehören zu der Metro Group. Durch die beiden Sonderaktionen wurde sichergestellt, dass flächendeckend die Angebote für Kunden zu erreichen waren. Was sich zunächst Werbestrategen ausgedacht hatten, wurde schnell zum Hype und die Aktionen waren in aller Munde. In den frühen Morgenstunden des dritten Januars wurde vielerorts bei den Radiosendern wieder über die Aktionen berichtet. Vor und in allen Filialen hatten sich große Menschenmengen versammelt und stetig stieg die Anzahl der potentiellen Käufer, denn auf den Zufahrtsstraßen gab es kaum ein Vorrankommen. In einigen Regionen sollen sogar Ampeln abgeschaltet und der Verkehr durch die Polizei geregelt worden sein, um das Verkehrschaos in den Griff kriegen zu können. Ganz Deutschland befand sich auf den Beinen, um das vermeintliche Schnäppchen zu machen.